Der Architektur-wettbewerb für das KaepseLE-Quartier

Zu Beginn der Planungsphase wurden mithilfe eines innovativen Dialogverfahrens Investoren, Planungsteams und die Stadt Leinfelden-Echterdingen zusammengebracht. Ziel des mehrstufigen Wettbewerbsverfahrens war es, das beste städtebauliche und architektonische Konzept für nachhaltiges, zukunftsfähiges und bezahlbares Wohnen zu entwickeln.

Beteiligte und Jury

Das Verfahren trennte die Auswahl der Projektpartner von der architektonischen Gestaltung der Gebäude, um zunächst die besten Konzepte und anschließend die besten Entwürfe für jedes einzelne Baufeld zu entwickeln. Am Wettbewerb selbst waren renommierte Architektur- und Stadtplanerbüros sowie Expertinnen und Experten für nachhaltige Bauweise beteiligt.

Begleitet wurde der gesamte Prozess von der Stadt Leinfelden-Echterdingen, der Internationalen Bauausstellung 2027 (IBA’27), externen Fachbüros sowie unabhängigen Expertengremien.

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Vom städtebaulichen Entwurf bis zu den Siegerprojekten

Schritt für Schritt zum KaepseLE-Quartier

Der Wettbewerbsprozess war in mehrere aufeinander aufbauende Schritte unterteilt. Sie umfassten die konzeptionelle Qualifikation, den Architekturwettbewerb mit Architektur- und Landschaftsarchitekturbüros sowie letztlich die Weiterentwicklung der Siegerentwürfe:

  • Vorbereitung und Auslobung

    Basis: Städtebauliches Konzept von 711lab / Prof. Werrer

    Festlegung der Ziele und Veröffentlichung der Wettbewerbsunterlagen

  • Phase 1: Konzeptvergabe

    16 Bewerbungen von Bauträgern, Wohnungsunternehmen und Baugruppen

    Auswahl folgender Projektpartner:

    • weisenburger projekt & Kaufmann Holzbau
    • Gapp Objektbau
    • Strenger
  • Phase 2: Architekturwettbewerb

    Entwicklung der Gebäude- und Freiraumkonzepte durch 9 Planungsteams

  • Siegerentwürfe

    Bewertung der Entwürfe durch das Preisgericht und Auswahl von je einem Entwurf pro Baufeld

    Die 3 Siegerbüros:

    • Eder Krenn, Rajek Barosch (Wien)
    • hermann+bosch, bäuerle (Stuttgart)
    • Duplex, SassGläser (Zürich/Berlin)
  • Planung und Umsetzung

    Weiterentwicklung der Entwürfe, CO₂-Bilanzierung und Realisierung des Quartiers

  • Städtebauliche Grundlage

    Der Grundstein für das Quartier

    Den Ausgangspunkt bildete der städtebauliche Entwurf des Büros 711lab / Prof. Werrer, der 2016 im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung als Sieger hervorging. Dieser Entwurf definierte die Grundstruktur des Quartiers und teilte das Gebiet in die drei Baufelder Nord, Mitte und Süd.
    Parallel wurden gemeinsam mit der IBA’27 die ambitionierten Ziele des Quartiers entwickelt.

    Dazu gehörten unter anderem:

    • klimaneutrales Quartier innerhalb von 15 Jahren
    • emissionsarmes Bauen
    • Kreislaufwirtschaft und Recyclingfähigkeit
    • regionale Wertschöpfung
    • hoher Anteil gebundenen Wohnraums
    • nachhaltige Energieversorgung
  • Phase 1 - Konzeptvergabe

    3 Projektpartner für 3 Baufelder

    Es wurden 16 Bewerbungen von Bauträgern, Projektentwicklern und Wohnungsunternehmen eingereicht. Im ersten Wettbewerbsschritt standen ausschließlich die konzeptionellen Ideen der Bewerbenden im Mittelpunkt, weshalb keinerlei Architekturentwürfe bewertet wurden.

    Bewertungskriterien:

    • Bereitschaft, den gemeinsamen Entwicklungsprozess mitzutragen
    • Klimaschutz und Umwelt
    • innovative Wohn- und Nutzungskonzepte
    • Nachhaltigkeit konzeptionelle Qualität

    Aus den Bewerbungen wurden schließlich folgende Projektpartner ausgewählt:

    • Baufeld Nord: weisenburger projekt & Kaufmann Holzbau
    • Baufeld Mitte: Gapp Objektbau
    • Baufeld Süd: Strenger
  • Phase 2 - Architekturwettbewerb

    9 Teams gestalten Architektur und Freiraum

    Für jedes der drei Baufelder wurden drei interdisziplinäre Planungsteams, bestehend aus Architekt- und Landschaftsarchitektbüros ausgewählt.
    Damit entwickelten insgesamt neun Planungsteams eigenständige Entwürfe, in denen die zuvor ausgewählten Konzepte in hochwertige Architektur und Freiraumgestaltung übersetzt wurden. Anschließend bewertete ein Preisgericht sämtliche Beiträge hinsichtlich ihrer architektonischen Qualität, Nachhaltigkeit, Funktionalität und Umsetzbarkeit.

    Übersicht der teilnehmenden Planungsteams:

    Baufeld Nord

    • Eder Krenn, Rajek Barosch (Wien) (Gewinner)
    • HHK / Jedamzik (Stuttgart)
    • Präger Richter / el:ch (Berlin/München)

    Baufeld Süd

    • Duplex, SassGläser (Zürich/Berlin) (Gewinner)
    • Blocher und Partner / Koeber Landschaft (Stuttgart)
    • PPAG / EKGG (Wien)

    Baufeld Mitte

    • hermann+bosch, bäuerle (Stuttgart) (Gewinner)
    • Stella Birda, Klinger Nuwela (München)
    • eins : eins, YEWO (Hamburg/Wien)
Visualisierung Baufeld Süd KaepseLE: Wohngebäude mit Balkonen und begrüntem Außenbereich, Duplex Architekten

3 Siegerentwürfe mit einer Vision

Die Gewinner des Wettbewerbs wurden auf Grundlage ihrer herausragenden Ideen für ein nachhaltiges und innovatives Quartier ausgewählt. Nach der Juryentscheidung arbeiteten die Siegerbüros gemeinsam mit den jeweiligen Projektpartnern die Konzepte weiter aus und passten sie entsprechend den Empfehlungen des Preisgerichts an.

  • Baufeld Nord

    Projektpartner: Weisenburger Projekt GmbH und Kaufmann GmbH

    Siegerbüro: Studio Eder Krenn mit Rajek Barosch Landschaftsarchitekten (Wien)

     
    Das nördliche Baufeld legt seinen Schwerpunkt auf Familien und eine Kindertagesstätte. Flexible Grundrisse ermöglichen unterschiedlichste Wohnformen – von Mikroapartments bis hin zu größeren Familienwohnungen und Clusterwohnungen. Holz bildet das dominierende Baumaterial, ergänzt durch Recyclingbeton für Fundamente und Bodenplatten. Insgesamt entstehen 79 Wohneinheiten.
    Zum Siegerentwurf “Baufeld Nord”
    Siegerentwurf Baufeld Nord KaepseLE: Isometrische Darstellung der Wohngebäude mit Baumbestand
  • Baufeld Mitte

    Projektpartner: Investoren: Gapp Objektbau GmbH
    Siegerbüro: Herrmann und Bosch Architekten mit Bäuerle Landschaftsarchitektur und Stadtplanung (Stuttgart)

    Im Mittelpunkt des mittleren Baufelds steht das gemeinschaftliche Wohnen im Alter. Geplant sind 68 Wohneinheiten, ein Ankerhaus als sozialer Treffpunkt sowie fünf Gebäude, die über Laubengänge miteinander verbunden werden. Holz als Hauptbaustoff sowie Dämmstoffe aus Strohballen und recycelten Textilien unterstreichen den nachhaltigen Ansatz.

    Zum Siegerentwurf “Baufeld Mitte”
    Siegerentwurf Baufeld Mitte KaepseLE: Isometrische Darstellung mit Grünflächen und Innenhöfen
  • Baufeld Süd

    Investoren: Investoren: Strenger Bauen und Wohnen GmbH
    Siegerbüro: Duplex Architekten mit Sass Glässer Landschaftsarchitekten (Düsseldorf/Berlin)

    Das südliche Baufeld setzt seinen Schwerpunkt auf Mobilität und Ressourceneffizienz. Geplant sind 123 Wohneinheiten, eine vollautomatische Quartiersgarage sowie ein Materialmix aus Holz, Recyclingbeton, Lehmgusselementen und wiederverwendeten Baustoffen. Alle Gebäude werden über einen gemeinsamen Quartiershof erschlossen.

    Zum Siegerentwurf “Baufeld Süd”
    Siegerentwurf Baufeld Süd KaepseLE: Isometrische Darstellung der Wohngebäude mit Bepflanzung

Nachhaltigkeit konsequent mitgeplant

Nach Abschluss des Wettbewerbs wurden alle Siegerentwürfe detailliert bilanziert. Auf Grundlage der CO₂-Bilanz wurden verschiedene Möglichkeiten zur Kompensation der verbleibenden Emissionen untersucht. Verglichen wurden unter anderem regionale Aufforstungsprojekte, Maßnahmen der Klimastiftung Baden-Württemberg, internationale Klimaschutzprojekte sowie technische Verfahren zur CO₂-Speicherung.

Mehr zur Nachhaltigkeit
  • Gesamt Quartier

    ~11.000 t

    CO2-Äquivalente
  • Pro Wohnung

    41 t

    bei ca. 270 Wohnungen
  • Pro m2 Wohnfläche

    512 kg

    bei Ø 80 m2

CO2-Bilanz nach Baufeld:

Balkendiagramm CO2-Einsparung KaepseLE: Baufeld Nord 2.764 t, Mitte 1.867 t, Süd 4.582 t, Quartiersgarage 1.840 t

Angaben in Tonnen CO2-Äquivalente, gerundet. Summe Baufelder + Quartiersgarage ≈ 11.053 t.

Visualisierung Baufeld Süd KaepseLE: Belebter Innenhof mit Sitzbereichen, Bäumen und Außengastronomie

Der Wettbewerb als wichtiger Meilenstein

Vom Dialogverfahren zur Realität

Die prämierten, weiterentwickelten Entwürfe flossen in die Planung und Realisierung des Quartiers ein, um Leinfelden-Echterdingen mit dem KaepseLE als Modell für nachhaltige Stadtentwicklung zu positionieren. Ziel war und ist es, ein Wohnquartier zu schaffen, das ökologische Verantwortung, hohe Bauqualität und soziale Nachhaltigkeit miteinander verbindet.

Mit dem Architekturwettbewerb wurde somit der Grundstein gelegt, um das Quartier von morgen zu formen.

Kontakt aufnehmen

Haben Sie Fragen oder möchten Sie mehr über das KaepseLE-Projekt erfahren? Treten Sie mit uns in Kontakt – wir freuen uns, Ihnen weiterzuhelfen und alle Ihre Fragen zu beantworten!

Planungsamt - Abteilung Stadt- und Bauleitplanung

Sophie Schkölziger

Sabine Lorenz