In den letzten Wochen ist eine Beschlussvorlage zum KaepseLE-Bauprojekt entstanden, die im kommenden Technischen Ausschuss (am Dienstag, den 14. Juli 2026, ab 18 Uhr in der Zehntscheuer Echterdingen) sowie im Gemeinderat am 21. Juli 2026 (ab 18 Uhr, voraussichtlich in der Filderhalle / Panoramasaal in Leinfelden) vorgestellt wird. Auszüge aus der öffentlichen Beschlussvorlage lesen Sie hier im Folgenden. Für alle weiteren Details ist diese am Ende dieses Beitrags vollständig angehängt.
Mit großen Schritten Richtung KaepseLE-Umsetzung
Das IBA´27-Projekt KaepseLE Goldäcker unternimmt dieses Jahr große Schritte in Richtung Umsetzung. Nach langen Verhandlungen mit den Vorhabenträgern besteht nun Konsens über die relevanten Parameter, unter denen eine zeitnahe Umsetzung möglich ist.
Es besteht nun die große Chance nach einer fast 10-jährigen Planungsphase, dringend erforderlichen Wohnraum (270 Wohnungen insgesamt) und insbesondere geförderten Wohnungsbau (79 Wohnungen) zu schaffen. Im Projekt werden auch 68 Seniorenwohneinheiten geschaffen, die, so das Ziel, einen Wechsel aus unterbelegten Wohnungen und Häusern ermöglichen und im Bestand Wohnraum für Familien frei machen. In einer Tagespflege entstehen 15 Plätze, die Voraussetzungen schaffen, einen möglichst langen Verbleib von Senioren im Quartier zu ermöglichen.
Das Projekt wird gegenwärtig stärker vorangetrieben, um einen Kaufabschluss der Grundstücke bis Ende des Jahres vornehmen zu können, um die im Quartier gebundenen Mittel in den städtischen Haushalt zurückfließen zu lassen. Um dies zu erreichen, muss nun der dafür erforderliche und in der Vorlage dargestellte Grundsatzbeschluss gefasst werden.
Mit der nun ausgearbeiteten Vorlage sollen die planungsrechtlich relevanten Aspekte durch den Gemeinderat freigegeben werden, damit im nächsten Schritt ein belastbarer Bebauungsplanentwurf erarbeitet und die Grundstückskaufverträge vorbereitet werden können. Vor diesem Hintergrund werden nachfolgend die wesentlichen sowie die in der Bürgerinformationsveranstaltung gesammelten Anregungen zusammengestellt und bewertet.
Rückblick der Bürgerveranstaltung am 06. Mai 2026
An der Informationsveranstaltung haben ca. 150 Bürgerinnen und Bürger teilgenommen. Das mehrheitliche Feedback im Nachgang bestätigt die positive Atmosphäre und den guten und konstruktiven Austausch zwischen den Teilnehmenden. Die eingebrachten Hinweise und Fragestellungen lassen sich thematisch in mehrere zentrale Schwerpunkte gliedern. Diese Themenfelder wurden im Nachgang strukturiert ausgewertet und für die weitere Bearbeitung aufbereitet.
Folgende Themenblöcke wurden betrachtet und diskutiert:
a) Lärm, Baustelle und technische Infrastruktur
Anregung:
Im Rahmen der Beteiligung wurden verschiedene Hinweise zu möglichen Belastungen durch
Verkehr, Baustellenbetrieb sowie technische Infrastruktur eingebracht. Gegenstand war hier unter
anderem mögliche Lärmauswirkungen durch Verkehr und Quartiersgarage, zusätzliche
Verkehrsbewegungen, Lieferverkehre sowie Baustellenabläufe. Darüber hinaus wurden Hinweise
zur Baustellenlogistik und zur Nutzung von Feldwegen durch Baustellenfahrzeuge eingebracht.
Berücksichtigung im weiteren Prozess:
Die eingebrachten Hinweise werden im weiteren Verfahren geprüft und an die zuständigen
Fachplanungsbüros weitergegeben. Insbesondere die Themen Lärmschutz, Baustellenorganisation sowie technische Infrastruktur werden im weiteren Verfahren vertieft betrachtet. Ziel ist, die Beeinträchtigungen durch den Bauablauf möglichst gering zu halten. Nach Möglichkeit werden alternative Anfahrtswege durch Feldwege im Rahmen der Baustellenzeit genutzt.
b) Seniorenwohnen, Barrierefreiheit und soziale Infrastruktur
Anregung:
Im Rahmen der Bürgerbeteiligung wurden die Themen Seniorenwohnen, Barrierefreiheit und soziale Infrastruktur vielfach angesprochen und deren Bedeutung herausgestellt. Diskutiert wurden insbesondere kurze Wege, die Erreichbarkeit innerhalb des Quartiers sowie gemeinschaftliche Angebote. Es wurde ein Bedarf geäußert zu den Themen Quartiersmanagement, Gemeinschaftsräume, Tagespflegeangebote, studentisches Wohnen, sozial geförderter Wohnraum, Nachbarschaftsangebote sowie die soziale Durchmischung innerhalb des Quartiers.
Berücksichtigung im weiteren Prozess:
Insbesondere die Themen Barrierefreiheit, soziale Infrastruktur, gemeinschaftliche Angebote sowie die Verortung einzelner Nutzungen sind zentraler Bestandteil des KaepseLE und werden im weiteren Verfahren noch konkretisiert. In einem zuletzt geführten Abstimmungsgespräch mit dem potenziellen Projekt- und Kooperationspartner im Baufeld Mitte wurden die Zielsetzungen zu Senioren-/ Servicewohnen, Tagespflege und sozialer Infrastruktur (auch als Mehrwert für das angrenzende Bestandsgebiet Goldäcker) nochmals bekräftigt. Die Inhalte müssen im weiteren Prozess jedoch konkretisiert und weiterentwickelt werden. Weitere Gespräche und Abstimmungstermine sind hierzu bereits vorgesehen.
c) Freiraum, Aufenthaltsqualität und Klima
Anregung:
Im Rahmen der Bürgerbeteiligung wurde die hohe Aufenthaltsqualität des geplanten Quartiers vielfach positiv hervorgehoben. Besonders positiv bewertet wurden die vorgesehenen Grün- und Freiflächen, die geplanten Spiel- und Begegnungsbereiche sowie die angedachte Begrünung des Quartiers. Gleichzeitig wurden zahlreiche Hinweise zur weiteren Qualifizierung der Freiraumplanung eingebracht. Der Wunsch nach zusätzlichen Sitzgelegenheiten, größeren schattenspendenden Bäumen, weiteren Aufenthalts- und Rückzugsorten sowie ergänzenden Freizeit- und Bewegungsangeboten wurde oft angeregt, ebenso die Aspekte der Regenrückhaltung und des Klimaschutzes, die im weiteren Verfahren vertieft zu bearbeiten sind. Thematisiert wurden unter anderem die Abgrenzung zwischen öffentlichen, halböffentlichen und privaten Bereichen sowie die zukünftige Nutzung der Innenhöfe und Grünflächen. Darüber hinaus wurden Fragen zur Zugänglichkeit, zu Rückzugsorten, Begegnungsflächen sowie zur langfristigen Pflege und Unterhaltung der Freianlagen angesprochen. Ebenfalls diskutiert wurden einzelne Grünbereiche und deren zukünftige Gestaltung innerhalb des Quartiers.
Berücksichtigung im weiteren Prozess:
Die Hinweise werden im weiteren Planungsprozess geprüft und an die zuständigen Fachplanungsbüros weitergegeben. Insbesondere die konkrete Ausgestaltung der öffentlich zugänglichen Freianlagen, die Auswahl geeigneter Baum- und Pflanzkonzepte sowie Fragen zur langfristigen Pflege und Unterhaltung der Freiflächen werden im weiteren Verfahren konkretisiert und abgestimmt. Ziel ist es, ein zur Landschaft durchlässiges Quartier zu schaffen.

d) Höhenentwicklung und Bebauung
Anregung:
Im Rahmen der Bürgerbeteiligung wurden Hinweise zur Höhenentwicklung sowie zur Wirkung der Bebauung innerhalb des Quartiers eingebracht. Das städtebauliche Gerüst wurde jedoch mehrheitlich akzeptiert. Vereinzelt thematisiert wurde allenfalls die Höhe einzelner Gebäude sowie die Höhe der Quartiersgarage. Darüber hinaus wurden Hinweise zur Einbindung der Bebauung in das bestehende Umfeld eingebracht.
Der städtebauliche Entwurf – Grundsatzbeschluss zum jetzigen Zeitpunkt erforderlich:
Der städtebauliche Entwurf sieht eine maximal 7-geschossige Bebauung vor, die sich auf jeweils ein Gebäude im Baufeld Mitte (Ankergebäude) und auf Baufeld Süd verteilt. Die übrigen Gebäude sind im Schnitt vier- bis fünfgeschossig und orientieren sich an dem gegenüberliegenden Bestandsquartier. Die genaue Höhenabwicklung ist in Anlage 3 in der unten angehängten öffentlichen Beschlussvorlage anhand von Schnitten und Ansichten dargestellt.
Das Bestandsquartier ist in blau dargestellt. Die Topografie im Westen von Echterdingen zeigt, dass die Straße sowie das KaepseLE topographisch höher liegen als das Bestandsquartier.
Die potenzielle Verschattung des Bestandsquartieres wurde durch eine Besonnungsstudie betrachtet. Kritische Beeinträchtigungen von Wohneinheiten wurden in zwei Einzelfällen festgestellt, die im weiteren Verfahren detaillierter zu betrachten sind. Die Ergebnisse der Studie werden Bestandteil des anhängigen Bebauungsplanverfahrens und im Rahmen der Auslegung veröffentlicht.
e) Mobilität, Parkierung und Erreichbarkeit
Anregung:
Die geplante Quartiersgarage sowie die allgemeine Parkierungssituation stellten einen Schwerpunkt der Bürgerbeteiligung dar. Vorgebrachte Bedenken und Sorgen bezogen sich vorrangig auf den bestehenden Parkdruck, der durch die Neubebauung möglicherweise weiter verschärft wird. Ebenfalls kritisiert wurde der schwierige Begegnungsverkehr in der Goldäckerstraße und die als nicht ausreichend angesehenen Ausweichmöglichkeiten. Offen verblieb die Frage, ob die Fahrradstraße auch nach Errichtung vom KaepseLE weiterhin bestehen bleiben wird.
Im KaepseLE wurden die Anzahl der Stellplätze sowie die Erreichbarkeit der Quartiersgarage hinterfragt. Darüber hinaus wurden weitere Vorschläge und Fragestellungen eingebracht: Unter anderem zu zusätzlichen Sharing-Angeboten, einer besseren ÖPNV-Anbindung, einem Citybus und/oder einem autonomen Shuttle, zusätzlichen Beleuchtungskonzepten (bessere Ausleuchtung am Abend), Ladezonen (Ein- und Ausladen von z.B. Einkäufen), einer zweiten Zufahrt in das Wohngebiet sowie zur langfristigen Sicherung der Fahrradstraße.
Die Nutzung des Fahrrads im Quartier:
Die positive Resonanz auf die Fahrradstraße und der gewünschte Erhalt vonseiten der Bürgerbeteiligung zeigt, dass das Fahrrad als Verkehrsmittel bereits großen Anklang findet. Der große Fahrradraum im Baufeld Nord bietet genug Platz zur Unterbringung von Fahrrädern. Auch eine Unterbringung von Lastenrädern ist hier denkbar. Der Fahrradraum wird über eine Rampe von der Goldäckerstraße aus erreicht. Somit ist eine schnelle und einfache Nutzung des Fahrrads möglich.
Zusätzliche öffentliche Stellplätze entlang Goldäckerstraße:
Neben den privaten Stellplätzen auf den jeweiligen Baufeldern bzw. in der Quartiersgarage sind seitens der Stadtverwaltung auch zusätzliche öffentliche Parkplätze entlang der Goldäckerstraße vorgesehen. In der verwaltungsinternen Abstimmung befinden sich zwei Varianten, die sich in der Ausgestaltung der Goldäckerstraße sowie der Führung der Radfahrer unterscheiden. Beide Varianten ermöglichen jedoch jeweils 25 bis 30 zusätzliche Parkplätze in der Goldäckerstraße (= ca. 10 % der neuen Wohneinheiten), die von allen frei genutzt werden können und dem Parkdruck entgegenwirken werden. Beide Varianten sind im öffentlichen Vorfeld der Quartiersbebauung möglich. Es wurde für beide Varianten ausreichend Fläche freigehalten.
Privater Stellplatzbedarf im KaepseLE:
Herr OB Ruppaner hat in der Bürgerinformationsveranstaltung deutlich gemacht, dass sich das private Stellplatzangebot im Sinne der Wirtschaftlichkeit an der konkreten Nachfrage zu orientieren hat. Die konkrete Nachfrage ist abhängig von den zukünftigen Bewohnern.
Die Herleitung des konkreten Stellplatzbedarfs hängt im Wesentlichen ab von:
- der Einkommens- und Besitzstruktur,
- dem Alter und Lebensmodell der Bewohner,
- der Wohnungsgröße,
- der Haushaltsgröße,
- der ÖPNV- und Nahversorgungsqualität,
- sowie vorhandenen alternativen Mobilitätsangeboten.
(Aufschlüsselungen der konkreten Nachfragen nach Stellplätzen nach Baufeld entnehmen Sie der unten angehängten öffentlichen Beschlussvorlage)
Im Quartier wird es ein aktives Mobilitätskonzept geben. Vorgesehen sind Carsharing-Angebote, zentrale und gut erreichbare Fahrradabstellanlagen, Lastenrad- bzw. Sharing-Angebote. Es wird eine gute E-Ladeinfrastruktur angeboten werden. Die Mobilitätsangebote werden in einem Mobilitätshub gebündelt. Gerade Carsharing unterstützt den Wandel vom Pkw-Besitz zur Pkw-Nutzung und kann damit private Fahrzeughaltung reduzieren.
Das Quartier weist eine gute Erreichbarkeit durch ÖPNV-Haltestellen (On Demand VVS-Rider). Langfristig wird das Neubau- und das Bestandsquartier von der Verlängerung der Stadtbahnlinie nach Echterdingen profitieren.
Das weitere Vorgehen
Nach Beschlussfassung durch den Gemeinderat wird der Verkauf der Grundstücke in die Wege geleitet und der Bebauungsplan-Auslegungsbeschluss mitsamt aller notwendigen Gutachten noch für dieses Jahr vorbereitet. Ein Baustart wird für nächstes Jahr angestrebt.
Die Gestaltung der Goldäckerstraße nach Errichtung vom KaepseLE ist kein Bestandteil dieser Vorlage. Verwaltungsintern wurden Vorschläge erarbeitet, die dem Gemeinderat nach der Sommerpause zur Entscheidung vorgelegt werden. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die Planungen zum KaepseLE alle Möglichkeiten bzgl. einer Anpassung der Verkehrsführung in der Goldäckerstraße offenhalten (Fahrradstraße oder gesonderter Radweg im Seitenraum, zusätzliche öffentliche Parkplätze entlang der Goldäckerstraße etc.).
Alle Informationen zu den Sitzungen und den Sitzungsunterlagen finden Sie hier.



